Diagnosia-Heroslider

Es gibt viel Potential für Synergien

Artikel drucken

2019 übernahm der APOVERLAG mehrheitlich das Start-up-Unternehmen Diagnosia. Ein Zusammenschluss, der einerseits die beiden Unternehmen vorantreiben und andererseits einen großen Mehrwert für Ärzte- und Apothekerschaft mit sich bringen wird.

Wie dieser im Detail aussehen kann, erklären Mag. Heinz Wlzek, Geschäftsführer des APOVERLAG, und Dr. Lukas Zinnagl, Geschäftsführer von Diagnosia, im Interview.

Warum kam es zur Fusion? Welche gemeinsamen Ziele verfolgen APOVERLAG und Diagnosia?

Zinnagl: Für die Entwicklung einer hochwertigen Arzneimittel-Informations-Software war jahrelange Software-Entwicklung notwendig, bevor wir überhaupt an Kunden herantreten konnten. Dank der exzellenten Förderlandschaft in Österreich und einem mittlerweile gut etablierten Netzwerk an sogenannten ‚Business Angels‘, d.h. privaten Kapitalgebern für Startups, gelang es uns, die notwendigen finanziellen Mittel für diese Entwicklung zu sichern und ein Produkt zu entwickeln, das mittlerweile von fast 9.000 Ärzten und etwa 70 institutionellen Kunden in Österreich und der Schweiz verwendet wird. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass private Investoren nur ‚Investoren auf Zeit‘ sind und demnach haben wir uns im Gründer- und Gesellschafterkreis gut überlegt, in welchem Setting und mit welchem Partner wir Diagnosia künftig weiterentwickeln wollen.

Wlzek: Der APOVERLAG war immer schon sehr stark bei Apothekern verwurzelt und hat über die Jahrzehnte eine große Expertise im pharmazeutischen Bereich entwickelt, die mittlerweile für Software und Arzneimittelinformation in der Apotheke unverzichtbar ist. Die Produkte und Angebote von Diagnosia entwickelten sich dagegen eher aus dem Bedarf im ärztlichen Kontext. Wir sehen hier viel Synergiepotenzial, das sich ergänzt und nicht im Wege steht. Für uns ist auch sehr wichtig, dass wir – in einer zunehmend digitalen Medienwelt – der pharmazeutischen Industrie nun gemeinsam ein umfassendes Medienportfolio anbieten können, das in dieser Weise nahezu einzigartig in Österreich ist. Unser gemeinsames Ziel, nämlich die Unterstützung von medizinischen und pharmazeutischen Fachkreisen bei ihrer täglichen Arbeit, egal ob im Spital oder an der Tara, ist natürlich auch ausschlaggebend für diesen Zusammenschluss.

Welche Vorteile ergeben sich durch die Zusammenarbeit für die Apotheken?

Zinnagl: Im Anstaltsbereich gibt es bereits jetzt viele Apotheker, die die Diagnosia Enterprise Software für die Arzneimittelinformationen benutzen. Durch die enge Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung wird nun das umfassende Wissen des APOVERLAG über die Anforderungen von Pharmazeuten zunehmend auch in die Diagnosia-Produkte einfließen. Die ersten Schritte in diese Richtung gibt es bereits, zum Beispiel durch die Entwicklung einer Pharmakovigilanz Kommunikationslösung oder die Anbindung der Hausliste einer Krankenanstalt an die Diagnosia Software, um die Verfügbarkeit von Arzneimitteln zu prüfen und damit viel unnötigen Kommunikationsaufwand zwischen Ärzten, Pflege und Apotheke zu reduzieren.

Wlzek: Wir denken auch, dass die Klinische Pharmazie, die wir mit der Diagnosia Software unterstützen können, in der Produktentwicklung zukünftig einen hohen Stellenwert haben sollte. Die Diagnosia Konsil-Lösung ist hier womöglich eine hilfreiche Ergänzung, die für den pharmazeutischen Bereich weiterentwickelt werden kann. Bei mehr als 15.000 zugelassenen Arzneimitteln und der rasch fortschreitenden Forschung wird es zukünftig unumgänglich sein, sich softwaregestützt zu informieren und auszutauschen.

Welche konkreten Projekte planen Sie kurz- und mittelfristig?

Wlzek: Eines der Hauptprojekte, an denen wir arbeiten, ist die Harmonisierung unserer Arzneimittel-Stammdatensätze. Ein einheitlicher, durchgängiger Artikelstamm ist das A und O im Spital, egal ob in Logistikprozessen oder bei elektronischen Verordnungen. Die Diagnosia-Softwarewelt wird zukünftig auf der Austria-Codex KHIX2 Basis aufbauen, sodass Spitäler, die bereits Austria-Codex KHIX2 Kunden sind, nun auch mit Diagnosia Enterprise das dazu passende Frontend benutzen können.

Zinnagl: Wir denken auch, dass es im Bereich Apotheker-Arzt-Kommunikation noch viel Optimierungspotenzial gibt, das wir in dem neuen Setting in Österreich heben können. Dazu möchten wir aber noch nicht zu viel verraten. Für unsere Hauptnutzer, d.h. Apotheker und Ärzte, werden wir weiterhin die mobilen und Web-Applikationen laufend weiterentwickeln und den Bedürfnissen im niedergelassenen und stationären Bereich anpassen.

Über Diagnosia:

Dignosia wurde 2011 gegründet und hat zurzeit zehn Mitarbeiter. Diagnosia entwickelt und betreibt Österreichs meist verwendete Ärzte-App mit knapp 9.000 aktiven Ärzten und eine der meist verwendeten Arzneimittel-Softwares in über 70 Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. Die App bietet neben evidenzbasierten Arzneimittelinformationen auch Fach- und Erstattungsinformationen kompakt und offline verfügbar an. Die integrierte Chat-Funktion ermöglicht außerdem einen interaktiven Kommunikationsweg zwischen Experten und Kollegen. www.diagnosia.com